Mittwoch, 19. August 2015

Mein FSJ im Kindergarten°

Ich höre tapsende Schritte hinter mir, sie kommen näher. Eine winzige Kinderhand schiebt sich, wie selbstverständlich, in meine und hält sich fest, als würde sie Schutz suchen. Ich drehe mich um und schaue in ein strahlendes Kindergesicht, welches mir signalisiert, dass, sich an meiner Hand fest zu halten, gerade das größte für es ist. Ich hebe es hoch auf meine Arme, es strahlt noch mehr, legt den Kopf auf meine Schulter und schmiegt sich an mich. Es fühlt sich gut an und fast spüre ich sowas wie Muttergefühle. Es macht mich glücklich, dem Kind meine Liebe zu schenken und ihm ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln.

Es geht um mein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ, im Kindergarten. Nicht mal mehr zwei Wochen arbeite ich noch dort, dann ist das Jahr schon wieder rum. Es war eine so schöne Zeit und es gibt so viele schöne Momente, an die ich mich sicher noch lange Zeit erinnern werde. Ich bin total froh, dass ich mich dafür entschieden habe das FSJ zu machen. Dadurch bin ich reifer und verantwortungsbewusster geworden und es hat mich auch bezüglich meiner Berufswahl ein Stück weiter gebracht.


Die Arbeit mit Kindern hat mir Spaß gemacht und es gab viele Glücksmomente. Und trotzdem weiß ich nun, dass ich diese Arbeit nicht mein ganzes Leben lang machen möchte. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen ist es nicht immer leicht, man braucht viele Nerven. Es kann ganz schön anstrengend sein, wenn eine Horde von Kindern um deine Aufmerksamkeit kämpft. Jeder möchte dir etwas erzählen, mit dir spielen oder deine Hand halten. Dann gibt es da noch die Rückenprobleme, die irgendwann jeder Erzieher bekommt, durch das ständige Heben von Kleinkindern und die gebückte Haltung. Da ich sowieso schon eine leichte Skoliose (Wirbelsäulenverdrehung) habe, wäre das glaub ich der Ruin für meinen Rücken. Und der dritte Grund ist, dass ich es eigentlich gar nicht so toll finde, wenn Kleinkinder schon in den Kindergarten gehen müssen. Ich vertrete einfach die Meinung, dass Kinder unter drei Jahren bei den Eltern aufwachsen sollten. Es hat mir jedes Mal fast das Herz zerrissen, wenn ich mit ansehen musste, wie kleine Kinder weinend ihrer Mama hinterher geschaut haben oder ständig an der Tür warten wollten, bis die Mama oder der Papa endlich wieder kommt. Sicher hat da jeder andere Ansichten, das ist eben meine. Was ich weiß ist, dass es für mich beruflich in die kreative Richtung gehen wird. Ich werde irgendetwas mit Design studieren, genau festgelegt habe ich mich noch nicht. Aber es geht ja wie ihr wisst sowieso erstmal nach Amerika.


Erwähnenswert sind auch die fünf Seminare, die übers Jahr verteilt stattfinden. Bei so einem Seminar treffen sich mehrere FSJler aus der Region und es dauert immer eine Woche. Es werden verschiedene soziale Themen behandelt, Ausflüge gemacht, in Jugendherbergen übernachtet und anderer Schabernack betrieben. Das war dann immer ein schöner Ausgleich zum Arbeitsalltag und man hat sich mal wieder mit gleichaltrigen Leuten getroffen.

 An alle, die in Erwägung ziehen so ein FSJ zu machen: Macht es! Es ist total gut um zu sehen, was zu einem passt oder eben nicht. Es ist nicht immer nur schön, gerade in einem Kindergarten kann einem das Kindergebrüll schnell mal auf die nerven gehen oder das ständige Windeln-wechseln, obwohl ich sagen muss, dass mich letzteres gar nicht so, wie erwartet, gestört hat. Man gewöhnt sich auch daran. Als FSJler muss man auch 40 Stunden die Woche arbeiten, am Anfang fand ich das ganz schön anstrengend. Der Umstand, dass alle anderen Mitarbeiter weniger Stunden arbeiten, hat es auch nicht gerade besser gemacht. Aber trotz all den negativen Dingen bin ich froh, dass ich das FSJ gemacht habe. Ich habe viel gelernt und mich weiter entwickelt. Und man muss auch dazu sagen, dass ich total liebe Kollegen habe, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. Das macht vieles einfacher.


Kennt ihr jemanden, der ein FSJ macht oder gemacht hat? Oder macht ihr sogar selbst ein FSJ?

LG Lydia°

Kommentare:

  1. Bei mir ist es noch ein wenig hin, aber ich überlege auch schon länger ein FSJ zu machen. Die Erfahrungen dabei sind so wichtig, wie ich finde. Toller Post! :)
    Liebe Grüße ♥
    iivorybeauty

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  2. Hello ♥
    das hast Du echt toll verfasst!
    So schöne Fotos von Dir!
    Liebe Grüße
    www.femme-noble.de

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  3. Bei uns in Österreich gibt es leider kein FSJ, aber ich selbst besuche eine Schule für Kindergartenpädagogik, kurz gesagt, ich habe mich entschieden etwas mit Kindern zu machen. Ich selbst würde auch sagen, dass die Kinder, besonders Kinder, die eine Krippe besuchen, eigentlich viel zu früh von den Eltern getrennt werden, allerdings hängt das ja leider mit der heutigen Gesellschaft zusammen. Beide Elternteile müssen meist arbeiten gehen um sich das Familienleben finanzieren zu können. Ob ich später jedoch wirklich mit Kindern arbeiten möchte, weiß ich selbst auch noch nicht, aber ich wünsche dir vorerst eine schöne Zeit in Amerika. :)

    Liebe Grüße,
    Lea von Blumenpoesie

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    1. Ja, da hast du recht, es hat leider mit der Gesellschaft zu tun.
      Danke! :)

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  4. schöner Post! Hast jetzt nen neun Follower :)

    vielleich willst du ja auch mal bei mir vorbei schauen: http://sailarace.blogspot.com
    Liebe Grüße, Kathrin

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  5. Wie schön du den Text verfasst hast. ♥
    Ich fand allein das Praktikum im Kindergarten während meiner Schulzeit ganz toll.. da ist ein FSJ sicherlich auch fantastisch. :)

    Alles ♥
    Selly
    von SellysSecrets || Instagram

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  6. Richtig toller Text... Ich habe zwar nicht vor ein FSJ zu machen, fand es dennoch interessant :-)

    Liebste Grüße
    Katrin,http://k-kingsbridge.blogspot.de/

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  7. Durch ein FSJ lernt man ebenfalls neue, nette,freundliche und liebenswerte Menschen kennen. Ein Beispiel dafür bist du Lydia! ;)

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    1. Danke Matej! Das Kompliment kann ich nur zurück geben :)

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